Entwicklung
Eine rasante aber auch erfolgreiche Entwicklung wurde vollzogen

Als sich Tierfreunde am 09.06.1990 in der Garten-Gaststätte "Wiesengrund" in Eisenach zur Gründung des Tierschutzvereins fanden, war niemandem so bewusst, welch große Herausforderung an ein Ehrenamt damit verbunden war, die satzungsmäßigen Aufgaben zu verwirklichen.

Die Suche nach einem geeigneten Standort für das unbedingt erforderliche Tierheim gestaltete sich kompliziert. Standorte an der ehemaligen Grenzübergangsstelle Wartha, auf dem Mosewald, in der Oststadt und anderen banden Kraft und Zeit, waren jedoch erfolglos.

Erst der am 17. Dezember 1992 mit der Treuhand-Gesellschaft geschlossene Vertrag sicherte die Nutzung der sogenannten Hähnchenmastanlage Trenkelhof. Noch im Dezember 1992 bemühte sich der Vereinsvorstand um finanzielle Unterstützung zum Ausbau des ersten Abschnittes des Tierheimes in Form einer Quarantänestation.

Fördermittel des Landes Thüringen, der Stadt Eisenach und Vereinsmittel konnten kurzfristig beschafft werden. Stundenlang verbrachten Vertreter des Vorstandes in der eiskalten und nur zum Teil geräumten Anlage, um das Bauprojekt und die geeigneten Nutzungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Am 02.01.1993 begannen die Bauarbeiten mit einer Baufirma sowie ehrenamtlichen Helfern. Der erste Bauabschnitt, die heutige Quarantänestation, konnte am 04.04.1993 offiziell seiner Bestimmung übergeben werden.

Seither wurden das Katzenhaus nebst Freiausläufen, eine zweite Quarantänestation, ein Sozialtrakt für die Mitarbeiter des Tierheimes, ein Hundebehandlungsraum, eine Hundekrankenstation sowie die gesamte Hundeanlage, die die Gruppenhaltung von Hunden zum Inhalt hat, eine Vogelvoliere, Unterkünfte für die freilebenden Katzen, einen Hundezwinger, in den nachts die Polizei angelieferte Hunde unterbringen kann, und nicht zuletzt der neue Schulungsraum gebaut. Ohne die Fördermittel des Landes Thüringen, Lottomittel des Ministers für Soziales, Familie und Gesundheit, der finanziellen Hilfen der Stadt Eisenach, des Deutschen Tierschutzbundes e.V., dem wir seit 1991 angehören, dem Tierschutzverein für Berlin Corporation sowie dem Tierschutzverein Bremen und vielen auch ungenannt bleibender Spender wäre es nicht möglich gewesen, eine solche Einrichtung in doch so kurzer Zeit zu schaffen.

So wurden Leistungen von Fremdfirmen in Höhe von rd. 1 Mio DM, für Baumaßnahmen unserer ABM im Jahre 1995 im Umfang von rd. 750.000,-- DM und Bauleistungen der ehrenamtlichen Helfer des Vereins im Umfang von rd. 105.000,-- DM insgesamt erbracht.


Wegen fehlender finanzieller Mittel kann bis heute das Tierheim nicht hauptamtlich geleitet werden. Im Zeitraum von 1993 bis Ende 1999 wurden jährlich rd. 12.000 Stunden ehrenamtliche Tierpflegeleistungen, also insgesamt 84.000 Stunden für Tiere in Not geleistet. Die Betriebskosten des Tierheimes beliefen sich 1999 ohne Lohnkosten auf rd. 140.000,-- DM. Mit der Fundtier-pauschale der Wartburgstadt, den Finanzierungen einzelner Kommunen für erbrachte Fundtierleistungen konnten ca. 70.000,-- DM eingenommen werden.

Die Differenz wurde durch gezielte Aktivitäten des Vorstandes aus Spenden, Testamenten, Vermächtnissen, Schenkungen, Bußgeldern, aber auch aus Mitgliedsbeiträgen aufgebracht. Beispielsweise umfasst das Mitgliedsbeitragsaufkommen gerade 50 % der jährlichen Kosten für die Müllentsorgung des Tierheimes. Alle kostensenkenden Möglichkeiten wurden im Tierheim konsequent umgesetzt.

Stellvertretend für viele freiwillige Helfer sei den Mitgliedern des Tierschutzvereins gedankt, die regelmäßig und von Anbeginn an sich aktiv für die Tiere einsetzen: Frau Marianne Kroll, Frau Kerstin Wolf, Frau Gitta Bärenklau, Frau Edith Weiland, Frau Silvia Fischer, Frau Marion Hinz, Frau Doris Naumann, Frau Andrea Häuschen, Frau Waltraud Munkewitz, Herr Rolf Munkewitz, der tagtäglich als Pensionär sich acht Stunden und mehr in den Dienst des Tierheimes und damit der Tiere stellt, Herr Josef Wollnik, der ebenfalls nahezu täglich das Baugeschehen im Tierheim koordiniert und verwirklicht. Herrn Otto Kellner, Herrn Gerd Fischer, Herrn Wolfgang Rodschinka und viele andere tragen im wahrsten Sinne des Wortes unser Vereinstierheim.

Wir bieten allen Städten und Gemeinden im Umkreis von 30 - 40 Kilometern an, deren Fundtierverpflichtungen zu übernehmen. Mit einem Pauschalbetrag von DM 1,-- pro Einwohner und Jahr sind alle Leistungen mit der art-gerechten Unterbringung eines Fundtieres, bis hin zur Vermittlung, abgegolten. Keine Kommune kann derart kostengünstig diesen Aufgabenbereich, zu dem sie gesetzlich verpflichtet ist, bewältigen. Leider leben im Hinblick auf Fundtiere - eine gesetzliche Pflicht . noch eine Reihe von Kommunen ungeniert auf Kosten des

Tierschutzvereines! Bei Interesse setzen Sie sich bitte mit dem Tierheim in Verbindung. Das Vereinstierheim ist zwischenzeitlich zu einer Institution in Eisenach und darüber hinaus geworden.

Das Hauptanliegen unseres Vereins besteht jedoch unter anderem darin, für die meisten Tiere ein neues, sicheres, dauerhaftes und artgerechtes Zuhause zu suchen. Das beste Tierheim kann kein Zuhause ersetzen. Nahezu 85 % aller Tiere wurden entweder an ihren Besitzer zurückgegeben oder in gute Hände vermittelt. Sowohl Vor- als auch Nachkontrollen, die sich der Verein vertraglich bei der Tiervermittlung sichert, schließen aus, dass liebevoll gepflegte Tiere in den falschen oder kommerziellen Händen landen. Dies unterscheidet Tierschützer von Tierhändlern und Tiervermehrern, die durch ihr unseliges Wirken dafür sorgen, dass sich die Tierheime ständig weiter füllen. Mit Hilfe der MDR-Sendung "Tierisch - tierisch" mit Uta Bresan ist unser Tierschutzverein und damit auch das Tierheim weiter über die Landesgrenzen hinaus bekannt geworden.

Herzlichen Dank wollen wir auch Frau Bettina Frisch sagen, welche seit Jahren als Auszubildende der Druckerei Frisch in Eisenach die Probleme des Tierheimes und seiner Tiere aufgreift und in Beiträgen im dem Heft "Stadt - Zeit" thematisiert. Diese regelmäßigen Informationen in der Bevökerung sind unverzichtbar, um Sensibilität aber auch Toleranz gegenüber Tieren zu vermitteln und zu erreichen. Wir wünschen uns auch weiterhin eine solch liebevolle engagierte Berichterstattung.


Tiere sind eine Bereicherung für den Menschen. Bevor er sich aber entschließt, ein Tier bei sich aufzunehmen, sollte er prüfen, ob er zum Teil über ein Jahrzehnt hinweg einem Tier Freund und Partner sein kann und will. Die Mitarbeiter des Tierheimes beraten im Rahmen einer solchen zu treffenden Entscheidung gern.

Die Tätigkeit des Tierschutzvereins reduziert sich nicht auf das Tierheim, welches naturgemäß die meisten Kräfte des Vereins tagtäglich bindet. Der Tierschutz-

verein verfügt satzungsgemäß über eine über eine Kontrollgruppe, die unter Leitung von Frau Andrea Häuschen steht und deren Aufgaben unter anderem darin besteht, Hinweisen zu nicht artgerechten Tierhaltungen nachzugehen und ggf. Anzeigen wegen Tierquälereien beim Amtstierarzt, mit dem uns eine langjährige sachliche sowie konstruktive Zusammenarbeit verbindet, zu erstatten. Dies trifft auch auf Anzeigen bei der Polizei zu. Jede dem Verein bekannt gewordene Tierquälerei wird grundsätzlich zur Anzeige gebracht. Darüber hinaus führen diese Tierfreunde Vor- und Nachkontrollen im Rahmen der Tiervermittlung des Tierheimes durch. Verlässt ein vermitteltes Tier den Einzugsbereich unseres Vereines, wird der für den neuen Wohnsitz des Tieres zuständige Tierschutzverein um Kontrolle gebeten. Wir danken dem Team der Kontrollgruppe für die nicht immer einfache und in jedem Falle ehrenamtliche Arbeit.

Die Durchführung von Informationsständen, die die Bevölkerung über aktuelle nationale wie internationale Tierschutzthemen informiert, ist immer gewährleistet. Thematisiert werden solche Fragen wie das Verbot der Käfighennenhaltung, das Ringen gegen Ferntierlebendtransporte, gegen Pelztierzuchten und für die Aufnahme des Tierschutzes als Staatsziel in das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und vieles andere. Tierschutz wird also nicht nur über das Tierheim verwirklicht. Unser Tierschutzverein engagiert sich zu allen Tierschutzthemen, sowohl über die Mitgliedschaft im Landestierschutzverband Thüringen e.V., dessen Mitbegründer unser Verein war, sondern auch im Deutschen Tierschutzbund e.V.

Bei uns gibt es keine Einbahnstrasse für Tierschutz.


Tierschutz, so formulierte es einmal Albert Schweitzer, ist auch Erziehung zur Menschlich-keit. Wer sein Kind zur Jugendgruppe anmelden möchte, setze sich bitte über das Tierheim mit Frau Häuschen in Verbindung. In den meisten Fällen müssen sich ältere Bürger, wenn sie dauerhaft in einem Pflege- oder Seniorenheim Aufnahme finden, von ihrem geliebten Haustier, ob Hund, Katze, Vogel oder anderem, trennen, da die Hausordnungen derartiger Einrichtungen noch nicht Tiere als ausser-ordentlich ordentlich wichtige soziale Indikatoren erlauben. Unser Verein hat es sich zur Aufgabe

gemacht, Senioren- und Pflegeheime mit Tieren zu besuchen bzw. auch Besuche von Senioren im Tierheim zu organisieren. Die strahlenden Augen und die Freude über den Kontakt zu Tieren sind uns Ansporn, diesen Weg auch weiter zu beschreiten. Wir hoffen sehr, dass sich viele Heimleitungen für einen solchen wichtigen Kontakt entschließen und sich mit uns diesbezüglich in Verbindung setzen. Frau Waltraud Munkewitz und Frau Marion Hinz können hierzu über das Tierheim kontaktiert werden. Gerne bemühen wir uns auch um Kontakt mit den Behindertenverbänden in und um Eisenach, die wir miteinbeziehen möchten. Das Tier als Therapie gehört heute längst zur Akzeptanz der Schulmedizin. Natürlich ist eine Zusammenarbeit mit weiteren interessierten Verbänden denkbar. Kommen Sie einfach auf uns zu.

Im Vereinstierheim liegen zu nahezu allen Tierschutz- und Tierthemen Broschüren, Faltblätter aber auch Merkzettel aus. Fragen Sie bei Ihrem nächsten Besuch im Tierheim nach und informieren Sie sich kompetent.

Das Tierheim Trenkelhof ist keine Verwahrstation für Tiere, sondern eine Begegnungsstätte zwischen Mensch und Tier. Nachdem die baulichen Voraussetzungen geschaffen wurden, wollen wir unter anderem Vortragsveranstaltungen zu den verschiedensten Tierthemen organisieren und durchführen. Nach telefonischer Vereinbarung können sich auch Schulen, Kindergärten und andere Einrichtungen für einen Besuch im Tierheim anmelden. Die Durchführung selbst von Praktika aber auch einer Unterrichtsstunde im Tierheim ist möglich. Hundehalter haben nach entsprechender telefonischer Vereinbarung die Möglichkeit, sich im Tierheim Tipps und Informationen zur richtigen Haltung aber auch Erziehung des Hundes einzuholen. Damit wollen wir auch einen kompetenten Beitrag gegen die Hundehysterie leisten, die vielfach ihre Ursache in einem nicht erzogenen Hund hat.


All diese vorgenannten Vereinsaktivitäten verlangen fleißige Hände aber auch immer finanzielle Unter-stützung. Mit einer fördernden Mitgliedschaft oder einer Spende versetzen Sie uns in die Lage, weiter helfen zu können. Übrigens, die Verwaltungskosten des Vereins belaufen sich auf deutlich unter 3 %. Die Vorstands-mitglieder zahlen zum Beispiel ihre Aufwendungen für ihre ehrenamtliche Tätigkeit samt und sonders aus eigener Tasche. Das Steuerberatungsbüro Siebert aus Bremen betreut unseren Verein seit Jahren sehr erfolgreich in allen Finanzangelegenheiten. Das

zuständige Finanzamt hat uns 2004 erneut für drei weitere Jahre die Gemeinnützigkeit verliehen. Dies bedeutet, dass Mitgliedsbeiträge und Spenden steuerlich abzugsfähig sind.

Wir wollen, dass sich jeder Bürger unserer Stadt und darüber hinaus Tierliebe und Tierschutz leisten kann. Dies bedeutet, dass, wer den Mitgliedsbeitrag oder eine Spende nicht aufbringen kann, immer die Möglichkeit hat, diesen durch ehrenamtliche Tätigkeit im Tierheim am Tier für das Tier abzugelten. Seit seiner Gründung hatte unser Verein immer um die 120 Mitglieder. Damit gehört er zwar schon zu den "starken" Tierschutzvereinen in Thüringen. Gemessen aber am Leistungsumfang des Vereins würden wir uns sehr freuen, noch recht viele fördernde Mitglieder aufnehmen zu können.