Aktuelles 
Stand: 01.02.2012 

 

Resolutionen vom 02.10.2011:

 

Tierschutz sichern    Für ein neues Tierschutzgesetz    Katzenelend    Tierschutz stärken

 

Pressemeldung des Deutschen Tierschutzbundes vom 31.01.2012

Kältewelle: Tipps für den richtigen Umgang mit Tieren – Tierheime benötigen Hilfe

Das Fell reicht als natürlicher Wärmeschutz bei Hunden aus, darauf weist der Deutsche Tierschutzbund hin. „Winterbekleidung" für gesunde Tiere ist unnötig und nicht artgerecht. Allenfalls kranke oder ältere Hunde benötigen eventuell einen tiergerechten Kälteschutz. Kleintiere, wie Kaninchen oder Meerschweinchen, die ganzjährig im Freien gehalten werden, benötigen einen trockenen und gut isolierten Rückzugsort. Hilfe benötigen die Tierheime bei einem Kälteeinbruch: Aufgrund der frostigen Temperaturen benötigen die Vierbeiner mehrere und wärmere Decken, um sich in den Außen- aber auch in den beheizten Innenbereichen im Körbchen mit Decken vor der Kälte ausreichend schützen zu können. Auch Tipps für Weidetiere hält der Verband bereit.

 

Bei sehr niedrigen Temperaturen sollten Hunde lieber mehrmals täglich kurz ausgeführt werden. Vor allem mit kurzhaarigen, alten und kranken Hunden ist bei klirrender Kälte und beißendem Wind auf ausgedehnte Spaziergänge zu verzichten. Auf jeden Fall sollte der Spaziergang aber abgebrochen werden, wenn der Hund zu zittern anfängt. In Verbindung mit Nässe setzt auch Hunden die Kälte verstärkt zu. Für viele Hunde ist der Schnee eine „kulinarische" Verlockung. Dennoch ist Vorsicht geboten: Die Kälte und die möglicherweise im Schnee enthaltenen Erreger, Schadstoffe oder Streusalz können zu Erbrechen, Durchfällen bis hin zu Magen- und Darmentzündungen führen. Nach dem Spaziergang sollten die Hunde sorgfältig abgetrocknet und vor Zugluft geschützt werden. Die Pfoten sollten nach dem Spaziergang mit lauwarmem Wasser abgespült werden, wenn sie in Kontakt mit Streusalz gekommen sind. Um die Sicherheit des Hundes in der dunklen Jahreszeit zu gewährleisten, sollten Hundehalter ein Leuchthalsband oder Blinklichter an Halsband oder Brustgeschirr anbringen, sodass die Tiere auch schon aus großer Entfernung von Auto- und Radfahrern gesehen werden können. Kleintiere, wie Kaninchen oder Meerschweinchen, die ganzjährig im Freien gehalten werden, benötigen einen trockenen und gut isolierten Rückzugsort, darauf weist der Deutsche Tierschutzbund hin. Bei extremen Temperaturen sollte der Zugang zum Freien auch mal für ein paar Tage geschlossen werden, kleine elektrische Heizungen können darüber hinaus ebenfalls helfen.

Tipps bei Tieren auf der Weide Pferde, Rinder und Schafe können kalte Temperaturen gut vertragen. Bei extremen Temperaturen ist es jedoch ratsam, die Tränken regelmäßig daraufhin zu kontrollieren, ob das Wasser nicht eingefroren ist. Für die Tiere ist zudem ein Witterungsschutz wichtig - mindestens in Form von Windnetzen. Liegeflächen sollten tief eingestreut sein.


 

Pressemeldung des Deutschen Tierschutzbundes vom 15.11.2011

 

Tiere gehören nicht als Geschenk unter den Weihnachtsbaum

Der Deutsche Tierschutzbund rät grundsätzlich von einem Tier als Weihnachtsgeschenk ab. Ein niedlicher Welpe oder ein kleines Kätzchen sorgen am Weihnachtsabend zwar oft für große Kinderaugen, aber was als Tierliebe beginnt, endet schnell im Tierheim. Auch unüberlegt angeschaffte Meerschweinchen, Kaninchen oder Wellensittiche werden oft nach erster Euphorie abgegeben. Spontane Urlaubspläne, unerwartete Kosten oder einfach die Anforderungen an eine artgerechte Haltung der Tiere lassen die Freude über den neuen Spielkameraden schnell vergehen. Der Verband empfiehlt daher eine gründliche und vor allem gemeinsame Vorbereitung auf ein mögliches neues "Familienmitglied". Bei einem Besuch im Tierheim können Interessierte zum Beispiel mögliche Fragen klären und die dortigen Tiere erst einmal kennen lernen.

 

"Die Entscheidung für ein Tier sollte nicht spontan und aus einer Laune heraus getroffen werden. Denn leider werden viele der "tierischen Überraschungsgeschenke" allzu oft nach kurzer Zeit wieder in den Tierheimen abgegeben", so Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. "Es gibt viele Punkte, die vor dem Tierkauf zu überdenken sind. Gerade in der Hektik der Vorweihnachtszeit bleibt dazu keine Zeit. Und der Trubel der Feiertage ist ohnehin nicht der geeignete Zeitpunkt, ein Tier in aller Ruhe an seine neue Umgebung zu gewöhnen", so Schröder weiter.

Der Verband rät dazu, sich vor dem Kauf eines Tieres gründlich über dessen Verhaltensweisen und Bedürfnisse sowie die Anforderungen an eine artgerechte Haltung zu informieren. Wenn man sich dann gemeinsam für ein Haustier entschieden hat, sollte der erste Gang ins Tierheim führen: Nicht nur Hunde und Katzen, sondern auch Vögel, Kaninchen, Kleinnager (wie Meerschweinchen, Ratten, Mäuse) warten dort auf ein neues Zuhause. Zudem stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für intensive Beratungsgespräche zur Verfügung.

Die Broschüre "Welches Tier passt zu mir?" kann hier abgerufen werden: http://www.tierschutzbund.de/broschueren.html - Dort sind auch Informationen zur Haltung der meisten Haustiere zu finden.

Unter http://www.jugendtierschutz.de/j_weihnachten.html finden auch jugendliche Tierfreunde Tipps für alternative Weihnachtsgeschenke zum Thema Tier.

 

Pressemeldung des Deutschen Tierschutzbundes vom 09.11.2011

 

Regierungsfraktionen planen bundesweiten Kormoranabschuss

 

Der Deutsche Tierschutzbund kritisiert den am Donnerstag im Deutschen Bundestag zur finalen Abstimmung stehenden Kormoran-Antrag der Koalitionsfraktionen CDU/CSU und FDP als fachliche Katastrophe. Der Antrag sieht ein bundesweites "Kormoran-Bestandsmanagement" vor, um Fischbestände zu schützen. Mit hanebüchenen Argumenten wird versucht, die unter Artenschutz stehenden Kormorane wieder bundesweit zum Abschuss freizugeben.

"Jäger Kormorane abschießen zu lassen, löst keine Probleme und hat auch nichts mit 'Bestandsmanagement' zu tun. Die vorgelegten Begründungen sind zudem irreführend und wissenschaftlich nicht haltbar", erklärt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Die insbesondere von Fischereiverbänden geforderte massive Bestandsreduktion dieser Vogelart auf nationaler und europäischer Ebene, unter anderem durch eine aktive Bejagung, sei weder ökologisch noch ethisch begründbar oder verantwortbar, so Schröder weiter.

Seit Jahren klagen Fischerei- und Angelverbände, dass Kormorane für massive Einbußen in der Fischerei sorgen würden. Auch soll der Kormoran für die Bestandsgefährdung einiger Fischarten verantwortlich sein. Jedoch sind nach Ansicht des Deutschen Tierschutzbundes die wesentlichen Gründe dafür eine immer intensivere Bewirtschaftung der Gewässer ebenso wie Gewässerverbau und -verschmutzung. Das im Antrag vorangestellte Ziel, gefährdete Fischarten besser zu schützen, wird mit Abschüssen von Kormoranen dagegen nicht erreicht. Bei Tötungsaktionen sterben die Tiere zudem oft qualvoll. Denn die Jagd ist extrem schwierig, viele Vögel werden nur angeschossen. Aus Tierschutzsicht müssten "mildere Maßnahmen" Vorrang haben.  Einige Teichwirte etwa überspannen Teiche mit Drähten, um ihre Fische vor dem Kormoran zu schützen.

Hintergrund Kormoranbestände

Mitte des 20. Jahrhunderts war der Kormoran in Europa fast vollständig verschwunden. Eine Erholung der Population setzte erst nach Erlass der EG-Vogelschutzrichtlinie 1979 ein, die einen konsequenten Schutz ermöglichte. Die Vögel siedelten sich wieder in Gebieten an, aus denen sie durch die jahrzehntelange gnadenlose Verfolgung verschwunden waren. Seit einigen Jahren wachsen die Brutpaarzahlen allerdings nicht mehr an, ebenso sind sinkende Reproduktionsraten zu beobachten. All dies deutet darauf hin, dass der Kormoran in Deutschland die Kapazitätsgrenzen seines Lebensraumes inzwischen erreicht hat und daher nicht mehr mit relevanten Wachstumsraten zu rechnen ist.